Otitis media – Mittelohrentzündung

Eine Otitis media (Mittelohrentzündung) ist eine schmerzhafte Entzündung der Schleimhäute des Mittelohres. Sie entsteht in der Regel durch eine aufsteigende Infektion über die eustachische Röhre (Ohrtrompete) bei bestehendem oder vorausgegangenem Infekt der oberen Luftwege. Die Ohrtrompete verbindet den Rachenraum mit dem Mittelohr, über diese erfolgt der Luftaustausch zum Mittelohr.

Eine Mittelohrentzündung entwickelt sich oft sehr rasch und zeigt sich vor allen Dingen durch Schmerzen. Kinder greifen sich an das betreffende Ohr und sind meist sehr unleidlich. Manchmal ist das Ohr auch rot und wirkt geschwollen. Nicht immer wird eine Otitis media gleich erkannt, da sich oft nur grippale Symptome im Vordergrund zeigen. Deshalb sollte bei unklaren akuten Erkrankungen in dieser Altersgruppe auch immer an eine Otitis media gedacht werden¹.

Teufelskreis Antibiotika

Die antibiotische Behandlung einer akuten Otitis media ist seit Längerem Gegenstand national und international geführter, teils sehr kontroverser Diskussionen². In den Industriestaaten variiert die Gabe von Antibiotika bei Otitis media zwischen 31 % in den Niederlanden und 98 % in den USA. Der Grund für die Verabreichung von Antibiotika ist in der Regel die Angst vor Komplikationen. Neuere Untersuchungen zeigen, dass die Gabe von Antibiotika zwar die mit der Erkrankung verbundenen Schmerzepisoden abkürzt, jedoch so gut wie keinen Einfluss auf die Komplikationsrate hat. Etwa 80 % aller Otitiden heilen unter symptomatischer Therapie (z. B. mit Paracetamol oder Ibuprofen) spontan ab. Komplikationen sind eher selten und es gibt derzeit keinen Beweis dafür, dass sich Komplikationen durch eine Antibiotika-Therapie signifikant reduzieren lassen³.

Besorgniserregend ist die Resistenzentwicklung der Bakterienstämme gegen die verschiedenen Antibiotika, besonders auch im Zusammenhang mit dem Einsatz von Breitbandantibiotika. Oft erhalten gerade Kinder bereits zahlreiche Antibiotikagaben. Aber auch Erwachsene kennen den Teufelskreis aus Erkrankung, Antibiotikagabe und erneuter Erkrankung. Mit jeder Antibiotikagabe wächst die Gefahr, dass sich gefährliche Resistenzen entwickeln.

Warum Homöopathie?

Orientiert man sich an den umfangreichsten und qualitativ besten internationalen Studien ², so ist bei einer unkomplizierten akuten Otitis media ein zurückhaltendes Vorgehen in den ersten 36-48 Stunden (von Symptombeginn an) gut vertretbar.

Diese Zeit kann durch die Gabe eines homöopathischen Mittels sinnvoll genutzt werden, um die Beschwerden zu lindern und sogar den Krankheitsverlauf zu verkürzen. Außerdem erhält der Körper Unterstützung in seinem individuellen Heilungsverlauf, das Immunsystem wird stabilisiert und die Gefahr eines Rückfalls bzw. der erneuten Infektion mit anderen Erregern kann deutlich gesenkt werden.

Voraussetzung ist, dass mit den Eltern ein verlässlicher Kontakt mit dem Therapeuten/der Therapeutin in diesem Zeitraum vereinbart wird und regelmäßige Rückmeldungen über den Gesundheitszustand erfolgen. Bestehen nach Ablauf dieses Zeitraumes weiterhin Schmerzen, kann über das weitere Prozedere nachgedacht werden.

Was bedeutet „individuelle Behandlung“?

Die meisten Kinder weisen die üblichen Symptome einer Entzündung des Mittelohres auf: Fieber über 39 Grad, plötzlich auftretende Ohrenschmerzen, Unruhe, Weinen und meist ein begleitender Atemwegsinfekt.

In der homöopathischen Behandlung interessieren wir uns für die Art und Weise wie unsere kleinen und großen Patienten mit den Schmerzen umgehen. Wir beobachten, ob ein Patient sich auf die schmerzhafte Seite legt oder dies vermeidet, ob er eine warme oder eine kalte Kompresse wünscht, ob er berührt werden oder lieber ganz alleine sein möchte. Wir beobachten auch, ob sich die Stimmung ändert. Ist der Patient eher gereizt, ärgerlich, widerspenstig oder sehr weinerlich, vielleicht sogar sehr ängstlich. Auch suchen wir nach möglichen Auslösern, für die Ohrenschmerzen, z. B. ob ein Kind ohne Mütze im kalten Wind gespielt hat oder sich die Haare nach dem Schwimmbadbesuch nicht gefönt hat.

Bei allen Patienten, die eine diagnostizierte Otitis media haben, unterscheiden sich die Erkrankungen jedoch durch ihre individuelle Erscheinungsweise. Jedes Kind bekommt ein speziell auf seinen Fall gerichtetes homöopathisches Heilmittel.

Homöopathie ist eine alternativmedizinische Erfahrungsmedizin. Sie beruht auf Erfahrungen aus über 200 Jahren angewandter Praxis. Es gibt noch keine anerkannten naturwissenschaftlichen Nachweise darüber, wie sie wirkt.

Quellenangabe:

¹[.Pichichero, M.E., M.D. Poole, Assessing diagnostic accuracy and tympanocentesis skills in the management of otitis media. Arch Pediatr Adolesc Med, 2001. 155(10): p. 1137-42. Link: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=11576009&dopt=Ab stract
Evidenzklasse: IIb]
² Alho OP, K.P., Luotonen J . Diagnostic criteria for otitis media in children. Otorhinolaryngol Nova 8:123-28, 1999.
Evidenzklasse: IV
³ Froom, J., et al., Antimicrobials for acute otitis media? A review from the International Primary Care Network.
Bmj, 1997. 315(7100): p. 98-102. Link: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?
cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=9240050&dopt=Abs tract
Evidenzklasse: III

Hier könnte Ihr
Partnerlink stehen.